Das liebe Handy

UnbenanntDas liebe Handy und dessen verschiedenste Möglichkeiten zu Kommunizieren, ist wohl für eine Escort-Begleiterin das wichtigste Arbeitsgerät. Ja meine lieben Herrn, ist so! Auch wenn während eines Dates ein anderer Eindruck entstehen kann, das vibrieren in meinem Lendenbereich hiess in aller Regel, dass mir jemand eine Nachricht auf mein Geschäftshandy schrieb und nichts anders 😉 Wie soll man heute auch anders Termine ausmachen und mit seinen Kunden kommunizieren, wenn nicht per SMS, Mail oder WhatsApp.

Paul Watzlawick, einer der bekanntesten Kommunikationswissenschaftler und Psychologen, hat zum Thema Kommunikation einmal geschrieben: “Man kann nicht, nicht kommunizieren.” Er Bezog sich dabei auf die allgemeine Kommunikation zwischen Menschen, aber natürlich gelten diese Gesetze auch bei der Verabredung zu einem Escort-Date. Oder wie der Franzose sagt: “C’est la toune qui fait la music.” Es ist der Ton der die Musik macht und das gilt auch für die Art und Weise wie Kunde und Escort-Begleiterin miteinander umgehen.

Hier einige Auszüge aus meinem Instant Messaging Leben, wobei die Kommunikations-Erlebnisse welche ich machen durfte, von lustig bis nervtötend reichen.
Lasst mich mit einem typischen Beispiel anfangen, das eher aus dem Bereich des Skurrilen kommt und wohl der Grund ist, warum viele Mädels ihre Telefonnummern nicht mehr angeben in ihren Profilen. Ach, bitte nicht böse sein! Lasst mich die Kommunikationspartner mit Namen versehen, denn in diese Kategorien werdet ihr eingeordnet, wenn ihr euch entsprechend verhält.

Der Tastenwixer (TW): Findet seine Befriedigung darin, uns Mädels auf den Keks zu gehen und hat Hemmungen eine Date einzugehen. Das verläuft dann in der Regel in etwas so:

TW: “Hi”
Ich: “Hallo wie geht es dir, wer bist du und was ist dein Anliegen?”
TE: “Wie geht’s?”
Ich: “Es geht mir gut, aber was möchtest du denn bitte von mir? Wie kann ich dir helfen?”
TW: “Was machst du?”
Ich: “Ich schreibe dir…”
TW: “Hast du eine Schwester?”
Ich: “Sorry, aber mein Familienleben steht hier nicht zur Debate. Möchtest du dich zu einem Date verabreden?”
TW: “Wie groß sind deine Brüste?”
….

Ihr könnt euch vorstellen, dies geht immer so weiter und wird garantiert nicht in einem Date enden. Ich bin ja offen was Sexualpraktiken anbelangt, aber dazu fehlt mir nun wirklich die Fantasie und ich hoffe dass da niemand ist, der sich die Tastatur mit dieser Art von Männern teilen muss 😉

Der Analphabet der schreiben kann: Ist entweder ein medizinisches Phänomen, oder kommuniziert seit Jahren mittels Copy & Paste, des immer gleichen Satzes.
Beispielsweise steht in meinem Profil heute ganz deutlich, dass ich keine Dates mehr mache. Trotzdem erreichen mich täglich Anfragen wie diese:

“Hi, mit Interesse habe ich dein Profil gelesen! Hast du evtl. spontan Zeit für ein Date heute Abend?”

Wie bitte! Er hat mit Interesse mein Profil gelesen und will mich treffen obwohl da ganz klar drin steht, dass ich keine Dates mehr anbiete. Wie soll das zusammenpassen? Selbst in meiner aktiven Zeit hätte ich mich mit so einem Kunden doch nie getroffen! Denn wenn jemand ja schon das was in meinem Profil stand nicht aufnimmt, wie soll das denn während eines Dates klappen? Ich: “Sorry, das mache ich nicht.” Er: “Mir egal.”
Bei solchen Anfragen drückte ich dann jeweils nicht auf “Reply”, sondern auf “Ignore”.

Trotzdem, aus reiner Neugier und weil ich es wirklich nicht verstehe! Warum macht man so etwas? Habt ihr eine Erklärung dafür? Ich meine doch, das Angebot einer Escort-Begleiterin ist eindeutig: Zeit gegen Geld! Wie kann man denn nur darauf kommen, dass irgend ein Interesse seitens uns Anbieterinnen bestehen könnte, irgend jemanden ohne Gegenleistung heiss zu machen? Wir sind hier um Geld zu verdienen und nicht um virtuelle Gratiskostproben zu verteilen. Da finde ich es zielführender, sich einen Sexfilm anzusehen.
Respektive, wenn ihr Sexdates ohne Bezahlung sucht, macht das auf entsprechenden Plattformen wie tinder und nicht auf einer Plattform die Escort-Dates anbietet. Aber selbst bei tinder braucht es Anstand und Umgangsformen um Erfolg zu haben.

Bevor ihr jetzt denkt, Jasmina ist frustriert und schreibt sich hier jetzt diesen Frust los. Nein das bin ich nicht, aber es soll doch erwähnt sein, dass als Escort die Erreichbarkeit wichtig ist und es einfach nur nervt wenn man bespamt wird. Viele meiner Begegnungen waren jedoch von gegenseitigem Respekt und Zuverlässigkeit geprägt. Deshalb auch dazu zwei typisches Beispiele.

Der Progressive: Männer die in der Regel schon länger Dates machen und so direkt wie sie kommunizieren, ist auch der Sex mit ihnen. Unpersönlich und durchgeplant. Eine typische Anfrage diese Schlags:

Ich will sex mit dir. heute 20 uhr, eine stunde. komm bei mir vorbei. will mehrmals.

Nun natürlich macht man ab und zu auch solche Dates und es ist ganz okay. Man schuldet sich nichts, ein reine Geschäftsbeziehung. Wenn der Mann dabei Anstand bewahrt, dann waren dies in der Regel auch immer unkomplizierte Dates. Wobei meist mit Einmalcharakter.

Der Supernette: Männer die einfach ab und zu eine sinnliche Auszeit suchen und sich unkompliziert aber sehr zuvorkommend zu einem Date, welches meistens aus mehr als nur Sex besteht, verabreden. Die Anfragen verliefen dann in etwas so:

Liebe Jasmina, ich habe dein Profil entdeckt und es gefällt mir sehr. Ich bin nächsten Dienstag in Bad Nauheim im Hotel und würde dich gerne ab 20 Uhr für einige Stunden bei mir begrüssen dürfen. Lass uns zusammen gemütlich einen Drink nehmen an der Bar und einfach sehen wozu wir Lust haben. Ich habe keinen Zeitdruck und fände es schön, wenn ich dich etwas länger als nur eine oder zwei Stunden geniessen darf.

Melde dich doch wenn du interesse hast, mich würde es sehr freuen dich kennenzulernen.
Liebe Grüsse

Bis auf wenige Ausnahmen sind solche Dates aus meiner Sicht die Art von Dates, die ein Escort-Leben wirklich interessant machen. Man hat Zeit etwas aufeinander einzugehen, ohne sich allzu viel voneinander zu verraten und es bietet sowohl dem Kunden, als auch der Begleiterin, einen schönen Rahmen für genussvollen Sex zusammen.

Dies einige Beispiele aus der Welt der Instant Kommunikation, welche sich natürlich auch auf die Art und Weise, wie eine Escort ihr Adressbuch führt, niederschlägt. Ich bin ziemlich sicher, dass meines für Außenstehende ziemlich verwirrend gewirkt hätte und sich manch einer wohl gefragt hätte, von welchem Planeten denn diese Jasmina stammt. Für euch meine lieben Leser, in etwa so sah das aus:

  • Tastenwixer 1  bis 100
  • Da geh ich nicht ans Handy ran 1 bis 100
  • Vollpfosten 1 bis 100
  • Fake 1 bis 100
  • Fahre ich nie wieder hin  1 bis 100
  • Guter Kunde 1 bis 100
  • VIP

Ihr fragt euch, warum ich die Nummern nicht einfach blockiert habe? Ganz auf den Kopf gefallen sind wir Escort ja auch nicht, denn eine Nummer ist schnell gewechselt und schon hat man wieder den Aufwand jemanden auszusortieren. Also lieber ins Leere laufen lassen und nur im äußersten Notfall blockieren.

Natürlich gab es da noch die VIP Kategorie, in der ich akribisch Buch führte über die Dates und die Kunden. Denn selbst wenn man zusammen ein schönes Date erlebt hat, ist es schwierig, sich den Mann gleich beim ersten Mal zu merken. Zumindest bei mir war das so, dass ich mir häufig Brücken bauen musst wie “David Bad Nauheim”. So hatte ich einen Bezug und wusste wenn sich der Mann wieder gemeldet hat, um wen es sich handelte. Nicht dass ich ignorant bin, es ist halt einfach schwierig sich all die Namen der Kunden zu merken und diese in Bezug zu bringen. Also notiert man sich dies und das, damit man es im Falle einer Wiederholung parat hat. Aber nachdem ich diesen David ein paar mal getroffen habe, blieb dann auch der Name haften. Sprich, ich habe ihn einfach mit seinem Vor- und Nachnamen abgespeichert, denn Nachrichten von solchen Kunden habe ich natürlich mit Vorzug behandelt. Nicht wegen den Männern, sondern deswegen, weil sie regelmäßig gebucht haben und ich wusste woran ich bin. Oder wie es der Geschäftsmann ausdrücken würde: “David war ein Recurring Income Stream” 😉

Oft erhalte ich auch heute noch Post von ehemaligen Kunden die mir schreiben, dass sie mich von früher kennen. Ich muss dann zwar immer etwas nachfragen von wo und wann, aber dank der Schlüsselwörter die ich verwendete, reicht meistens ein Blick in das alte Adressbuch und ich weiss wieder um wen es sich handelt. Deshalb bitte ich auch um etwas Nachsicht, wenn ich einmal nachfragen muss, aber wenn ihr mir etwas mehr erzählt von unserer früheren Zeit, dann hab ich das Date und dich schnell wieder im Gedächtnis. Auch ist es okay, dann ein paar Sätze auszutauschen, nur Treffen mache ich wirklich nicht mehr. Also bitte ramponiert euer Ansehen bei mir nicht selber, indem ihr nach Dates fragt. Ausser für ein Coaching natürlich!

Obwohl ich immer sehr darauf geachtet habe, dass ich meine Kundenkartei zuverlässig führe, ging es auch ab und zu schief. Vor allem dann, wenn der Kunde einmal eine Ausnahme machte.

Gleich gegen zwei von meinen Grundsätzen habe ich in diesem Falle verstoßen.
1. Alle Nachrichten ganz zu Ende lesen
2. Sammel dein Zeugs ein bevor du gehst

Ein Tag nach einem Date mit einem Kunden den ich regelmäßig traf, schrieb mir der Kunde, dass ich meine Uhr bei ihm im Hotel vergessen hätte. Er aber schon weiter sei, die Uhr jedoch bei sich habe. Ich schrieb ihm zurück, dass mir dies leid tue, ich aber die Uhr gerne zurück hätte (ja lacht nur, aber es war eine wertvolle Uhr die ich mir aus meinen ersten Escort-Date Euros gekauft habe) und ob er eine Möglichkeit sehe dies unkompliziert zu regeln.
Er schrieb sofort zurück, dass er mir die Uhr beim nächsten Treffen einfach mitbringe. Uff, dacht ich. Aber als er das nächste mal in der Stadt war, lag ich mit Grippe im Bett und hab ihn gebeten die Uhr an der Rezeption zu hinterlassen. Was er auch tat, aber als ich ein paar Tage später im Hotel, in welchem Wir uns immer trafen, an der Rezeption nachfragte, wusste niemand von einer Uhr. Konsterniert wie ich war, schrieb ich dem Kunden was das denn nur solle, ich sei im Hotel in welchem wir uns immer treffen und niemand wisse von der Uhr.
Kennt ihr diese Schulterzucken Emoji? So einen hat er mir zurückgeschickt und nur gemeint, dass ich wohl seine WhatsApp nicht ganz gelesen habe. Denn dieses mal wollte er mich in einem anderen Hotel treffen. Wir mussten beide lachen und meine Uhr habe ich auch zurückerhalten, alles wieder gut.

Ihr seht also, auch wenn ich mich hier über den einen oder anderen Kommunikationskontakt lustig mache, verschone ich mich selber nicht. Es gilt auch für uns Mädels die Nachrichten die wir erhalten genau zu lesen und nicht zu leichtfertig einfach JA oder NEIN zu schreiben 😉 Und wenn ihr mal Krank seid, macht das Handy aus. Hätte ich wohl auch besser gemacht, aber um ehrlich zu sein, ich bin ein kleiner Kontrollfreak und muss immer Up to Go sein. Frau weiss ja nie…

Wie geht ihr eigentlich damit um, wenn ihr mal was vergesst nach einem Date? Oder passiert euch das gar nicht?

Zu guter Letzt möchte ich noch kurz auf das Thema Date Handy eingehen. Sowohl ich als Escort, wie auch viele meiner Kunden verwenden ein Zweithandy für die Kommunikation zur Datevereinbarung. Vor allem bei Kunden blieb dieses Handy zuhause brav aus und gut versteckt, aber kaum ging es auf Geschäftsreise, so laufen die Drähte des Date Handys heiss. Ich war zu Anfang anderer Meinung, dass es auch mit einem Handy gehen muss, aber aufgrund der oben genannten Beispiel wurde ich schnell eines Besseren belehrt.
Dies gilt aber auch für viele Kunden, denn auch die eine oder andere Begleiterin hat wenig Charme und schreibt ihre Kunden schon einmal per Massen-Nachricht an. Dies kann dann auf der Gegenseite schnell zu Erklärungsnotstand führen, sollte das Handy zuhause auch dem Esstisch mit mit der Nachricht: “Komm vorbei und lass uns Ficken, ich hab Bock.” auf sich aufmerksam machen. Ob Kunde oder Escort, solches Spamming finde ich vollständig daneben, denn es wirkt wie ein Hund der nach einem Leckerli bellt. Es nervt nicht nur einfach, es schadet auch dem Ruf von seriösen Begleiterinnen.

Aber auch das Anzeigebild bei WhatsApp und Co. kann ganz schön für Konfusion sorgen. Denn mobile Kommunikation ist nun einmal mobil und weder nackte Brüste noch erigierte Glieder machen sich besonders gut wenn sie beim Kaffee mit Freunden, auf dem Handy Display erscheinen. Vor allem dann nicht, wenn nebst dem eindeutigen Bild dann noch “Kontakt in Frankfurt” stand, oder in meinem Falle “Guter Kunde 67”. Ich denke die Entgleisung der Gesichtszüge einer guten Bekannten oder des Chefs, mit dem ihr gerade etwas besprecht, könnt ihr euch gut vorstellen auch ohne es tatsächlich zu erleben.
Ich war immer sehr für neutrale, unverfängliche Bilder und meine Kunden haben das sehr geschätzt. Wie seht ihr das? Was würde ich auf eurem Statusbild sehen?

Soviel zur mobilen Kommunikation und deren Tücken. Ganz sicher kein abschließender Bericht und ich gebe zu, noch immer nach der idealen Kommunikationsform zu suchen. Wichtig scheint mir, dass sie sowohl der Escort, wie auch dem Interessenten genügend Privatsphäre bietet, ohne sich dabei ins kommunikative Off zu begeben. Ob SMS, WhatsApp oder sogar Anruf, entscheidet wohl jeder für sich selber. Wichtig scheint mir nur, dass beide Seiten den gesunden Menschenverstand sowie gute Umgangsformen walten lassen.

Oder seid ihr da ganz anderer Meinung?

Kiss,
eure Jasmina

 

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